MOveMENT
Katja Münker Berlin
movement-muenker@web.de

Ich unterrichte New Dance, Improvisation (auch Contact Improvisation) und Feldenkrais für LiebhaberInnen und Profis. Auch meine künstlerisch-performative und künstlerisch-forschende Arbeit basiert auf diesen Ansätzen.

Meine Unterrichtsschwerpunkte sind: Struktur und Durchlässigkeit, Leichtigkeit und Präsenz, Fluss und Logik in Bewegungswegen, Ökonomie und Anatomie in Bewegung, individuelles Alignment, Wahrnehmung und Orientierung, Erkennen und Nutzen von Wahlmöglichkeiten, Coaching + Gestaltung von Lern- und kreativen Prozessen.

Die Feldenkrais-Methode nutze ich dabei als Wahrnehmungsmethode und zum Erlangen von körperlichen Fähigkeiten, Virtuosität, Geschmeidigkeit, Präsenz, Präzision und als Verletzungsprophylaxe,

als sensorisch-somatische Methode zur Reflektion des eigenen Handelns und zur Beobachtung und Variation von Mustern und Gewohnheiten; auch Basismethode zur sensorisch-somatischen Reflektion und Analyse von künstlerischen und choreographischen Prozessen und

als ‚Brückenmethode’ zu anderen somatischen Methoden, zur Improvisation und zu Tanztechnik

Verallgemeinernd kann man die Prozesse in Rahmen von Feldenkrais Gruppenstunden (Bewusstheit durch Bewegung/Awareness through movement/ATM) als zyklischen Perspektivwechsel beschreiben:

Wahrnehmen
Beobachten
Unterscheiden
Benennen
Entscheiden
Handeln
Wahrnehmen
Beobachten
Unterscheiden
usw.

Mich interessiert die  Organisation von (intelligenten) Systemen in Bezug auf Bewegung, Lebensthemen und künstlerische Prozesse ausgehend von folgenden Schwerpunkten und Fragen:

Struktur (en)                      was ist vorhanden/anwesend?        
Gewicht (ung)                    wie ist es vorhanden/anwesend?     
Raum/Räume                      wo geschieht es/wo ist es anwesend?    
(Aus) Richtung (gen)         wohin strebt es?
Dauer                                  wie lange/oft?            
Bezogenheiten                    mit wem/was?
Variationen                         was noch/was fehlt?

Die Fähigkeit, mit diesen Größen sinnstiftend zu agieren wird  gespeist wird durch den oben beschriebenen zyklischen Perspektivwechsel. Er basiert auf der Annahme, dass bewusstes Erleben und Erfahrung zur Orientierung dient und die Selbstverortung schult.


New Dance - Neuer Tanz
ist eine Verschmelzung verschiedener zeitgenössischer Tanztechniken mit Improvisation und Tanztheater und entwickelt sich seit den 70er Jahren zu einer eigenständigen Tanzrichtung. Bewusst integriert er persönliches Bewegungsmaterial der TänzerInnen und Alltagsbewegungen in das Bewegungsvokabuar. Die unterrichtete Technik variiert nach den jeweiligen Hintergründen der LehrerInnen, basiert jedoch allgemein auf einem körperschonenden Ansatz. Gefördert wird ein grundlegendes Lernen von Bewegungsansätzen und -zusammenhängen bei einem Minimum an Kraftaufwand.
Der New Dance erfuhr eine deutliche Beeinflussung und Weiterentwicklung durch unterschiedliche Körperpraxen wie Yoga, Feldenkrais-Methode, Body-Mind-Centering, Tai Ji Quan, Stockkampf und Capoeira und durch an Grundlagen orientierte Tanztechniken wie Bartenieff Fundamentals, Release Technik und Laban Bewegungsanalyse.
Inzwischen hat sich neben einem besonders körperfreundlich und an Bewegungsprinzipien orientierten Tanztraining auch eine eigenständige Philosophie und Performance-Kultur im New Dance entwickelt. Diese erlauben und fördern die Inszenierung des Alltäglichen und das bewusste Einsetzen von Improvisation auf der Bühne.


Contact Improvisation - Kontaktimprovisation
ist eng verbunden mit der Entwicklung des New Dance. Sie ist eine Duett- oder Gruppentanzform, die auf besondere Art mit der physikalischen Dynamik von 2 oder mehr Körpern im Raum spielt. Die Körper kommunizieren über einen rollenden Kontaktpunkt, teilen Gewicht, spielen mit Balance und Ungleichgewicht und beginnen so durch den Raum zu rollen, fallen, springen, fliegen. Es eröffnen sich Möglichkeiten, die einem Körper alleine nie zugänglich wären. Kontaktimprovisation ist eine sehr sensitive, körperliche Kommunikation. Der Verlauf dieser Kommunikation ist immer ungeplant und offen und insofern eine Improvisation im Augenblick.
Der Unterricht in Kontaktimprovisation basiert ähnlich wie im New Dance auf dem Vermitteln von Bewegungsprinzipien, der Schulung der (Körper-) Wahrnehmung und den oben genannten Methoden und Praxen. Er ist geprägt von dem Spiel mit der Schwerkraft, mit Schwung und dem sanften Umgang mit dem eigenen und fremden Gewicht.
In ihrer Entwicklung wurde die Kontaktimprovisation unter anderem beeinflusst durch Aikido, Capoeira, Akrobatik, dem Tango und der Erforschung menschlichen Reflexverhaltens.

 (Fotos auf dieser Seite: K. Münker Proben Kein Plan - Kein Zufall © Sivan Berlin)